Wann ist man Glücklich

Ich bin GLÜCKLICH!

Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint, ich sitze am Tisch, schaue in den Garten, mein Hund genießt abwechselnd die Sonne und ärgert die Vögel. Beim Nachbarn wird im Garten gearbeitet und ich beschließe, mir einen Kaffee zu machen. So einen leckeren Biokaffee, mit heißem Wasser aufgebrüht und dann drückt man so eine Spirale runter, damit der Kaffeesatz unten bleibt. Diese Art der Kaffeezubereitung genieße ich im Moment – meditatives Kaffeezubereiten – und er schmeckt gut.

Glück pur. Ja, ich empfinde Glück. Ein tiefes Glücksgefühl, gepaart mit Dankbarkeit, dass ich dies erleben kann.

Dabei stellt sich mir die Frage: Was bedeutet Glück? Wann ist man glücklich? Warum sind so viele Menschen unglücklich?

Macht es glücklich, viel Geld zu haben? Nun, ich bin nicht reich, das kann es also nicht sein.

Einen tollen Job, Karriere machen? Ich habe keinen Karrierejob und bin trotzdem glücklich. Also das ist es auch nicht.

Beziehung, dickes Auto, Urlaub, viele Freunde – was macht glücklich. Ich meine nicht mal jetzt für eine Stunde oder einen Tag. Ich meine, was führt dazu, dass ich wirklich glücklich bin. Immer. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute?

Geld, Auto, großes Haus, chicke Klamotten – ich denke, dass sind alles Dinge, die einem ein „momentanes Glückgefühl“ geben können. Aber sie machen uns nicht wirklich glücklich.

Was passiert dann, wenn wir unsere Arbeit verlieren, die Beziehung in die Brüche geht oder wir nicht mehr so viel Geld haben. Dann sind die meisten unglücklich.

Aber im Ernst, was macht uns wirklich unglücklich? Ist es wirklich der verlorene Job, der fehlende Partner, dass wir weniger Geld haben? Oder sind es vielmehr die Begleitumstände, die damit einhergehen. Ist es vielleicht so, dass wir uns über diese Dinge definieren und so gar nicht erkennen, welche Chancen sich daraus ergeben. Das wir nicht erkennen, das es ein natürliches Ende für Situtationen geben kann. Weil wir genug daraus gelernt haben und weil es Zeit ist, etwas Neues zu wagen. Auf die nächste Stufe unserer Lebensleiter zu steigen.

Ich vergleiche mein Leben gerne mit einer Leiter. Als ich ein kleines Kind war, stand ich auf der ersten Stufe und schaute zu denen, die schon auf den Stufen über mir standen. Ich lernte von ihnen, mal sinnvolle Dinge, manchmal auch nicht so sinnvolles. Ich wurde auch geprägt von deren Meinungen, ihrer Lebenseinstellung, von dem was sie mir vorlebten.

Und dann wuchs ich heran. Ich machte eigenen Erfahrungen und mit jeder Erfahrung, egal ob schön oder schmerzhaft, stieg ich eine Stufe empor. Ich erkannte, dass nun andere Personen auf den Stufen über mir standen. Und ich sah Menschen auf den Stufen unter mir. Manchmal war auch einer der vorher weiter oben stand wieder auf einer Stufe unter mir. Und ich rutschte auch ab und an eine Stufe zurück, weil ich etwas nicht verstanden hatte und die Erfahrung wiederholen musste.

Und jemehr ich nach oben kam auf der Leiter, je größer wurde mein Überblick. Und ich erkannte, dass alle ihren eigenen Weg haben und einzigartig sind in ihrem Wesen. Dass das ganze Leben Entwicklung ist und lernen.

Vielleicht habe ich heute einen tollen Job, ich mache meine Erfahrungen und dann verliere ich ihn. Grund für unglücklich sein? Natürlich müssen wir Geld verdienen um unsere Kosten zu decken. Aber vielleicht liegt ja eine Chance darin. Vielleicht werden wir zu etwas geführt, was unserem jetzigen Stand der Entwicklung mehr entspricht.

Der Partner verlässt mich. Nicht schön und es tut weh. Aber warum tut es so weh, wenn uns jemand verlässt? Weil wir glauben, ohne diese Person nicht glücklich sein zu können. Weil wir ihn/sie so lieben? Ist es wirklich so? Oder ist es das Gefühl, dass wir dem anderen nicht mehr wichtig genug sind, das diesen Schmerz verursacht? Das wir nicht mehr geliebt werden? Liebe ist etwas wundervolles, aber wirkliche Liebe ist bedingungslos, sie macht frei. Und sie kann loslassen. Menschen verändern sich und auch in einer Beziehung kann es passieren, das zwei Individuen sich in verschiedene Richtungen entwickeln. Und wenn es dann keinen gemeinsamen Weg mehr gibt, ist es dann nicht besser, getrennte Wege zu gehen und damit beiden die Chance zu geben, das zu finden, was ihrer jetzigen Entwicklung entspricht?

Vielleicht ist „glücklich sein“ die Fähigkeit, im Moment zu leben und die Dinge so anzunehmen wie sie sind. Mit sich selbst im Reinen zu sein und zu sagen „ich bin mit mir zufrieden und glücklich“. Zu erkennen, dass alles vergänglich ist und ich nichts festhalten kann. Das ich nur den Moment genießen kann, denn er kommt nicht zurück.

Vielleicht ist es auch die Fähigkeit, im Augenblick zu leben und zu genießen und nicht alles auf später zu verschieben.

Vielleicht entsteht Glück durch loslassen können?

Ich habe kein Patentrezept. Aber ich habe erfahren, dass ich, wenn ich mit mir glücklich bin, wenn ich mich liebe, alles was von „außen“ dazu kommt, genießen kann, aber ich kann es auch wieder gehen lassen, ohne unglücklich zu sein. Ich glaube, wirkliches Glück erfahren zu können, bedeutet, sich von äußeren Dingen frei zu machen. Und es bedeutet, sich selbst zu lieben.

 

 

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