Mein Geburtagsgeschenk

Ich möchte gerne ein Geschenk teilen, dass ich gestern erhalten habe. Kein Geschenk, das man in Händen halten kann. Aber ein Geschenk, das unser Leben betrifft – nicht nur meins, nein, es betrifft uns alle. Und deshalb teile ich es mit dir.

Gestern mittag hatte ich frei und fur nach der Arbeit in Richtung des Bio-Bauern meines Vertrauens, um noch eine Kleinigkeit einzukaufen. Es ist nicht weit von meinem Zuhause weg und der Weg führt über eine Landstraße, an der sich Häuser mit Weiden und Ackerflächen abwechseln. Es gibt viele Bäume und viele Tiere leben dort, unter anderem Kaninchen, Igel und viele Vögel – vom kleinen Spatz bis hin zum Bussard.

Ich fuhr also an der Straße längs, als ich links im Feld, man nennt das wohl „Randstreifen“, also dieser Bereich zwischen der Weide und dem Fußweg, einen blauen Müllsack stehen sah. Früher habe ich mich darüber aufgeregt. Heute nicht mehr. Sich aufzuregen ändert nichts, aber handeln ändert etwas. Wie einige von euch vielleicht wissen, gehe ich mit Clean Planet, einer Aktion von MaitriBodh Peace Projects, und einigen engagierten Freunden, einmal im Monat Müll sammeln. Also dachte ich mir: „Ok, fahre ich schnell einkaufen und auf dem Rückweg nehme ich den Müllsack mit (dann bin ich auch auf der richtigen Straßenseite um am Rand zu halten).

Gedacht, getan. Ich zum Bioladen und zurück. Hat vielleicht 10 bis 15 Minuten gedauert. Als ich zurück kam, an die Stelle mit dem Müllsack, fand ich das vor:

Was war geschehen? In dem kurzen Moment, den ich zum einkaufen brauchte, war das Mähfahrzeug der Stadt vorbeigekommen um den Grünstreifen zu mähen. Wie der Fahrer, den ich ansprach, mir sagte, konnte er den Müllsack nicht rechtzeitig sehen und als er es sah, war es wohl schon zu spät. Also schön klein gehäckselt und in der Natur verteilt. Da es gestern recht windig war, wurden die Plastikteile ordentlich verweht.

Ich nach Hause, Müllsack geholt und aufgesammelt, was möglich war. Leider ist es nicht machbar, die teils nur noch 1/2 cm kleinen Plastikteilchen aus dem Gebüsch herauszubekommen.

Es geht nicht darum, dass ich jetzt hier was weggeräumt habe. Es gibt zum Glück mittlerweile viele die das tun, aber es können noch mehr werden. Mir wurden dadurch nochmal 2 Punkte sehr deutlich vor Augen geführt:

1. Wir verschieben Dinge zu oft auf später.

  • Jemand in den Arm zu nehmen, den wir mögen
  • Einem Menschen ein Lächeln zu schenken
  • Uns zu entschuldigen
  • Jemand zu sagen, wie sehr wir sie/ihn schätzen und mögen
  • Uns Zeit zu nehmen
  • Etwas für uns selbst zu tun
  • Einem anderen zu helfen

Es wären 2 Minuten gewesen, anzuhalten, auszusteigen und den Sack einzuladen. Manchmal kann später „zu spät“ sein – bei so vielem im Leben. Lasst uns sofort handeln.

2. Achtsamkeit / Sich bewusst sein, über unser Handeln

Achtsam sein, was um uns geschieht. Achtsam sein, indem wir uns bewusst machen, welche Konsequenzen unser Handeln hat. Die Menschen, die ihren Müll in der Natur abladen, sind sich sicher nicht BEWUSST, was sie da tun. Und das ändern wir nicht mit Vorhaltungen und Wut. Es gibt Gründe, warum diese Menschen so handeln wie sie handeln. Aber das ist ein anderes Thema.

Sich bewusst sein geht aber weit über das „Müllthema“ hinaus. Es setzt auch voraus, dass wir uns mit Themen auseinandersetzen, uns informieren.

Was und bei wem kaufen wir? Wieviel kaufen wir? Was werfen wir weg? Was liegt seit Jahren ungenutzt rum und wem, der weniger hat, könnte es helfen? Wie gehen wir mit den Ressourcen um? Was brauchen wir wirklich um glücklich zu leben?

Fragen wir uns täglich: Was mache ICH wirklich um Dinge zu verändern?

Und an alle die, die mir oft antworten: „Ich mach doch nicht den Dreck der anderen weg“.

ICH mache nicht den Dreck DER ANDEREN weg. Ich säubere die Natur soweit es mir möglich ist. Ich räume Müll weg, weil ich in und von der Natur lebe, weil ich ein Teil dieser Welt bin, weil es mein Zuhause ist, weil ich mein Wohnzimmer auch nicht vermüllen lasse, weil ich Gast hier bin und die Erde auch für künftige Generationen lebenswert erhalten möchte, weil der Müll den Tieren schadet, weil ich mir sicher bin, dass wir durch „VORLEBEN“ etwas verändern können und, und, und…

Es ist alles eine Frage der Sichtweise.

Habt einen schönen Tag und genießt die Natur.

Liebe Grüße

Cornelia

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